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Tauflieder — welches Lied zu welchem Moment passt

Stand: 12. August 2026

Eine Taufe braucht meist drei bis vier Lieder — und die Frage ist selten, welches Lied schön ist, sondern welches an welche Stelle gehört. Diese Übersicht ordnet das gängige Repertoire nach dem Ablauf: Einzug, Taufhandlung, Segen, Ausklang. Mit GEMA-Status, damit bei der Feier nach dem Gottesdienst nichts offenbleibt.

Welche Tauflieder werden wann gesungen?

Zum Einzug werden getragene, gut mitsingbare Choräle gewählt („Großer Gott, wir loben dich", „Lobe den Herren"), zur Taufhandlung inhaltlich passende Lieder wie „Du hast uns deine Welt geschenkt", zum Segen persönliche Segenslieder wie „Mögen Engel dich begleiten" oder „Möge die Straße uns zusammenführen", und zum Ausklang ruhige Klassiker wie „Weißt du, wie viel Sternlein stehen". Üblich sind drei bis vier Lieder; den Rahmen im Gottesdienst gibt die Pfarrei vor.

Einzug und Eröffnung

Hier trägt die Gemeinde, nicht die Familie. Gefragt sind Lieder, die viele ohne Probe mitsingen können — getragen, bekannt, mit klarer Melodie.

Großer Gott, wir loben dich

18. Jh.

gemeinfrei

Wohl der bekannteste Lobgesang im deutschsprachigen Raum und in beiden Gesangbüchern zu finden — trägt auch eine Gemeinde, die selten singt.

Lobe den Herren

1680, Joachim Neander

gemeinfrei

Feierlicher Auftakt mit ruhigem Schritt. Die Melodie ist so verbreitet, dass sie ohne Liedzettel funktioniert.

Zur Taufhandlung

Der Moment am Taufbecken ist kurz. Passend sind Lieder, die vom Anvertrauen und vom Weg des Kindes sprechen — inhaltlich nah, aber ohne die Handlung zu überlagern.

Du hast uns deine Welt geschenkt

modern

GEMA-pflichtig

Kindgerecht und dankbar im Ton, häufig in evangelischen Taufgottesdiensten. Kurze Strophen, die sich gut auf einen Liedzettel setzen lassen.

Segne dieses Kind

modern

GEMA-pflichtig

Spricht den Täufling unmittelbar an und braucht keine Erklärung — die schlichteste Wahl für genau diesen Augenblick.

Segen für das Kind

Nach der Taufhandlung wird es persönlich. Diese Lieder richten sich an das Kind statt an die Gemeinde und sind der Platz, an dem Paten und Großeltern oft eigene Wünsche einbringen.

Mögen Engel dich begleiten

Markus Pytlik, modern

GEMA-pflichtig

Das meistgesuchte moderne Tauflied überhaupt und konfessionsübergreifend gebräuchlich — ein Segenswunsch in direkter Anrede.

Möge die Straße uns zusammenführen

irischer Segen, deutsche Fassung

GEMA-pflichtig

Der bekannteste Reisesegen im deutschen Repertoire. Funktioniert auch bei freien Tauffesten, weil er ohne dogmatische Bilder auskommt.

Vergiss es nie

Jürgen Werth / Paul Janz

GEMA-pflichtig

Handelt vom unbedingten Wert eines Menschen — das Lied, bei dem in der Praxis am häufigsten Tränen fließen. Braucht sichere Begleitung.

Ausklang und Feier danach

Außerhalb des Gottesdienstes gibt es keine Vorgaben mehr. Hier passen ruhige Lieder über Geborgenheit — und alles, was die Familie verbindet.

Weißt du, wie viel Sternlein stehen

1837, Wilhelm Hey

gemeinfrei

Erzählt vom Behütetsein, ohne einen kirchlichen Rahmen vorauszusetzen — deshalb auch bei freien Feiern die naheliegende Wahl.

Der Mond ist aufgegangen

1779, Matthias Claudius

gemeinfrei

Wenn die Taufe in den Abend läuft, ist dies der ruhige Schlusspunkt. Fast alle Gäste kennen zumindest die erste Strophe.

Geh aus, mein Herz, und suche Freud

1653, Paul Gerhardt

gemeinfrei

Hell und sommerlich — die passende Wahl für eine Taufe im Frühjahr oder Sommer, besonders wenn draußen gefeiert wird.

Evangelisch, katholisch, frei — was sich unterscheidet

Die Schnittmenge ist größer als gedacht: Die klassischen Choräle dieser Seite stehen in beiden Gesangbüchern — im Evangelischen Gesangbuch ebenso wie im Gotteslob. Unterschiede gibt es weniger beim Repertoire als beim Ablauf, und die modernen Segenslieder werden ohnehin konfessionsübergreifend gesungen.

Bei einer freien oder weltlichen Tauffeier fällt der gottesdienstliche Rahmen weg. Dann tragen die Lieder aus dem Abschnitt „Ausklang" die Feier — sie sprechen von Geborgenheit und Aufwachsen, ohne einen kirchlichen Kontext vorauszusetzen.

Kurz zur GEMA

Im Taufgottesdienst deckt in der Regel der Pauschalvertrag der Kirche die Aufführung ab — auch bei den modernen, geschützten Liedern. Anders kann es bei einer separaten Feier mit öffentlichem Charakter aussehen. Die gemeinfreien Choräle dieser Seite sind davon in keinem Fall betroffen. Die GEMA-Lage je Lied steht ausführlich auf unserer Tauflied-Seite.

Ein Lied, das es nur einmal gibt

Neben dem überlieferten Repertoire bringen Paten und Großeltern oft ein eigenes Lied ein — mit dem Namen des Täuflings darin. Als Originalwerk ist es GEMA-frei, liegt in wenigen Minuten als MP3 mit Liedtext-PDF vor und lässt sich bei der Feier abspielen oder verschenken.

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Häufige Fragen zu Taufliedern

Üblich sind drei bis vier Lieder: eines zum Einzug, eines rund um die Taufhandlung, ein Segenslied für das Kind und optional eines zum Ausklang. Bei einer Taufe im Rahmen eines Sonntagsgottesdienstes sind es oft weniger, weil die Gemeindelieder des Gottesdienstes hinzukommen. Den Rahmen gibt die Pfarrei vor — für die Feier danach sind Sie frei.

Zum Einzug eignen sich getragene, gut mitsingbare Choräle, die eine Gemeinde ohne Probe trägt — „Großer Gott, wir loben dich" oder „Lobe den Herren". Für den Segen nach der Taufhandlung werden meist ruhigere, direkt an das Kind gerichtete Lieder gewählt, etwa „Mögen Engel dich begleiten" oder „Möge die Straße uns zusammenführen".

In der Regel die Organistin oder der Organist der Gemeinde. Bei bekannten Chorälen genügt das ohne Absprache; bei modernen Liedern lohnt eine frühe Nachfrage, ob Noten vorliegen und ob das Lied im Gottesdienst gespielt werden darf. Alternativ übernehmen Gäste die Begleitung mit Gitarre — oder ein Lied wird als Aufnahme eingespielt.

Im Gottesdienst entscheidet die Pfarrei, und rein weltliche Titel sind dort meist nicht vorgesehen. Bei der Feier danach gibt es keine Vorgaben: Dort werden häufig Lieder über Geborgenheit und Aufwachsen gewählt — oder ein eigens erstelltes Lied mit dem Namen des Kindes.

Spätestens beim Taufgespräch, also meist zwei bis vier Wochen vorher. Das gibt der Gemeinde Zeit, Noten zu besorgen und den Liedzettel zu setzen. Wer ein Lied als Aufnahme einspielen oder ein persönliches Lied verschenken möchte, sollte etwas früher Bescheid geben.

Die klassischen Choräle stehen im Evangelischen Gesangbuch (EG) beziehungsweise im Gotteslob; die Gemeinde legt zur Taufe meist einen Liedzettel aus. Moderne Tauflieder sind urheberrechtlich geschützt — ihre Texte dürfen nicht frei abgedruckt werden, weshalb sie hier bewusst nur beschrieben und nicht wiedergegeben sind.