Die 50 beliebtesten Kinderlieder in der Kita — Liste 2026
Zuletzt aktualisiert: 21. April 2026 · Fachredaktion Liedio
Fragen Sie zehn Kita-Leitungen, welches die beliebtesten Kinderlieder sind, und Sie bekommen zehn ähnliche, aber nicht identische Listen. Manche schwören auf die klassischen Volkslieder des 19. Jahrhunderts, andere auf Rolf Zuckowski, wieder andere auf „Das rote Pferd". Dieser Ratgeber fasst zusammen, was tatsächlich in deutschen Kitas gesungen wird — mit Alter, Anlass und GEMA-Status pro Lied.
Grundlage: Auswertung von Kindergarten-Liederbüchern und den Bildungsplänen der Bundesländer. Die Reihenfolge ist eine redaktionelle Einschätzung, wie verbreitet die Lieder sind, nicht nach musikalischer Qualität — manche Lieder schaffen es auf die Liste, obwohl Erwachsene sie nicht mehr hören können (siehe die Ohrwurm-Frage weiter unten).
Welches sind die beliebtesten Kinderlieder in der Kita?
Die Top-10 in deutschen Kitas: „Alle meine Entchen", „Kopf, Schulter, Knie und Fuß", „Laurentia", „Backe, backe Kuchen", „Wer hat die Kokosnuss geklaut?", „Die Vogelhochzeit", „Hab ne Tante aus Marokko", „Das rote Pferd", „Bruder Jakob" und „Wenn du fröhlich bist". Diese Lieder decken Morgenkreis, Bewegung, Rollenspiel und Jahreszeiten ab. Fünf davon sind gemeinfrei, „Das rote Pferd" ist GEMA-pflichtig, bei vier weiteren ist der Urheber der deutschen Fassung nicht belegt.
Die 10 beliebtesten Kinderlieder
Diese zehn Lieder werden in fast jeder deutschen Kita regelmäßig gesungen — meistens mehrmals pro Woche. Die Reihenfolge orientiert sich an der Einsatzhäufigkeit im Morgenkreis.
| # | Titel | Anlass | Alter | GEMA |
|---|---|---|---|---|
| 1 | Alle meine Entchen (19. Jh.) | Morgenkreis, Singspiel | U3 bis 6 | frei |
| 2 | Kopf, Schulter, Knie und Fuß | Bewegung, Körperwahrnehmung | U3 bis 6 | unklar |
| 3 | Laurentia (um 1800) | Morgenkreis, Singspiel | 3 bis 6 | frei |
| 4 | Backe, backe Kuchen | Rollenspiel, Fingerspiel | U3 bis 5 | frei |
| 5 | Wer hat die Kokosnuss geklaut? | Laternenzeit, Quatschlieder | 3 bis 6 | unklar |
| 6 | Die Vogelhochzeit | Frühling, Tierlieder | 3 bis 6 | frei |
| 7 | Hab ne Tante aus Marokko | Quatsch, Bewegung | 3 bis 6 | unklar |
| 8 | Das rote Pferd (2007) | Disco, Bewegung | 4 bis 8 | GEMA |
| 9 | Bruder Jakob | Kanon, Morgenkreis | 4 bis 6 | frei |
| 10 | Wenn du fröhlich bist | Morgenkreis, Bewegung | U3 bis 5 | unklar |
Die 10 Songs, die niemand mag — aber jeder mitsingen kann
Das Ohrwurm-Paradoxon: Lieder, bei denen Erzieherinnen nach der 17. Wiederholung innerlich stöhnen — die aber exakt wegen ihrer einfachen Struktur unvermeidlich hängen bleiben. Die Top-10 der „Kann ich nicht mehr hören, singe ich aber trotzdem":
- Das rote Pferd — 3 Akkorde, 2 Zeilen Refrain, unmöglich zu vergessen.
- Hab ne Tante aus Marokko — „Alle singen mit, auch der Hausmeister."
- Meine Oma fährt im Hühnerstall Motorrad — Quatsch-Text, Würg-Melodie, sofort hängen geblieben.
- Die Affen rasen durch den Wald („Wer hat die Kokosnuss geklaut?") — Strophe um Strophe dieselbe Frage.
- Aram sam sam — Melodie aus Marokko, Kita-Klassiker seit den 80ern.
- Tschu tschu wa — Action-Lied, das nie enden will.
- Wenn du fröhlich bist — klatschen, stampfen, rufen, bis keiner mehr sitzt.
- Backe, backe Kuchen — in jeder Kita, in jeder Sprache, in jedem Jahr.
- Oh Tannenbaum — Dezember-Endlosschleife.
- Alle meine Entchen — der absolute Klassiker, den jedes deutsche Kind singen kann.
Warum diese Lieder trotzdem Bestand haben: einfache Struktur (maximal 3-4 Akkorde), hoher Wiederholungsanteil und starke Mitmach-Komponente. Aus pädagogischer Sicht sind sie wertvoll — aus Erwachsenensicht oft ein Geduldstest.
Die vollständige 50er-Liste — sortiert nach Anlass
Ergänzt um die Top-10 oben: weitere 40 Kinderlieder, die in deutschen Kitas regelmäßig zum Einsatz kommen — mit Einordnung nach Anlass, Altersgruppe und GEMA-Status.
| # | Titel | Anlass | Alter | GEMA |
|---|---|---|---|---|
| 11 | Ein kleiner grauer Esel | Tierlieder | U3 bis 5 | unklar |
| 12 | Zeigt her eure Füße (um 1860) | Bewegung, Rollenspiel | U3 bis 6 | frei |
| 13 | Es tanzt ein Bi-ba-Butzemann | Fasching, Bewegung | 3 bis 6 | frei |
| 14 | Schneeflöckchen, Weißröckchen | Winter, Weihnachten | U3 bis 6 | frei |
| 15 | Hänschen klein | Morgenkreis | 3 bis 6 | frei |
| 16 | A, a, a, der Winter der ist da | Winter | 3 bis 6 | frei |
| 17 | Kuckuck, Kuckuck ruft's aus dem Wald | Frühling, Tierlieder | 3 bis 6 | frei |
| 18 | Ein Männlein steht im Walde (1843) | Herbst, Wald | 3 bis 6 | frei |
| 19 | Es war eine Mutter | Jahreszeiten | 4 bis 6 | frei |
| 20 | Hoppe, hoppe Reiter | Schoßlied, U3 | U3 | frei |
| 21 | Guten Abend, gute Nacht (1868) | Einschlaf-Ritual | U3 bis 5 | frei |
| 22 | Der Mond ist aufgegangen (1778) | Einschlafen, Abendkreis | 4 bis 8 | frei |
| 23 | La le lu (1950) | Einschlafen | U3 bis 5 | GEMA |
| 24 | Weißt du, wie viel Sternlein stehen | Abend, Nachtkreis | 3 bis 6 | frei |
| 25 | Ich bin ein Musikante | Instrumentenlied, Bewegung | 3 bis 6 | frei |
| 26 | Fuchs, du hast die Gans gestohlen | Tierlieder, Rollenspiel | 3 bis 6 | frei |
| 27 | Alle Vögel sind schon da (1835) | Frühling | 3 bis 6 | frei |
| 28 | Häschen in der Grube | Ostern, Tierlieder | U3 bis 5 | frei |
| 29 | Summ, summ, summ | Sommer, Insekten | U3 bis 5 | frei |
| 30 | Grün, grün, grün sind alle meine Kleider | Farben, Rollenspiel | 3 bis 6 | frei |
| 31 | Meine Oma fährt im Hühnerstall Motorrad | Quatsch, Bewegung | 4 bis 8 | unklar |
| 32 | Old MacDonald | Bauernhof, Tierlieder | 3 bis 6 | unklar |
| 33 | Der Kuckuck und der Esel | Frühling, Tierlieder | 3 bis 6 | frei |
| 34 | Kommt ein Vogel geflogen | Frühling, Tierlieder | 3 bis 6 | frei |
| 35 | Jetzt fahrn wir übern See | Bewegung, Wasser | 3 bis 6 | frei |
| 36 | Ich geh mit meiner Laterne | Laternenfest, St. Martin | 3 bis 6 | frei |
| 37 | Sankt Martin | St. Martin, Laternenfest | 3 bis 6 | frei |
| 38 | Laterne, Laterne, Sonne, Mond und Sterne | Laternenfest | 3 bis 6 | frei |
| 39 | In der Weihnachtsbäckerei (1987) | Weihnachten, Advent | 4 bis 8 | GEMA |
| 40 | Dicke rote Kerzen | Advent | 3 bis 6 | GEMA |
| 41 | Lasst uns froh und munter sein | Nikolaus, Advent | 3 bis 6 | frei |
| 42 | Kling, Glöckchen, klingelingeling | Advent, Nikolaus | 3 bis 6 | frei |
| 43 | Morgen, Kinder, wird's was geben | Weihnachten | 4 bis 6 | frei |
| 44 | Tanz mal, mit deinen Schuhen | Bewegung | 3 bis 6 | unklar |
| 45 | Auf unsrer Wiese gehet was | Sommer, Tiere | 3 bis 6 | frei |
| 46 | Drunten in der grünen Au | Sommer, Volkslied | 4 bis 6 | frei |
| 47 | Trarira, der Sommer, der ist da | Sommeranfang | 3 bis 6 | frei |
| 48 | Es klappert die Mühle | Berufe, Bewegung | 3 bis 6 | frei |
| 49 | Meine Biber haben Fieber | Quatsch | 4 bis 8 | GEMA |
| 50 | Die Jahresuhr (1992) | Jahreszeiten | 4 bis 8 | GEMA |
Kinderlieder-Texte zum Mitsingen
Alle meine Entchen
Text, Strophen und Einordnung: Alle meine Entchen – Liedtext
Text: unbekannt (gelegentlich Ernst Anschütz, 1780–1861, zugeschrieben – nicht belegt) · Melodie: Volksweise, Tanzmelodie um 1750 · gemeinfrei · Quelle
Backe, backe Kuchen
Backe, backe Kuchen,
der Bäcker hat gerufen.
Wer will guten Kuchen backen,
der muss haben sieben Sachen:
Eier und Schmalz,
Zucker und Salz,
Milch und Mehl,
Safran macht den Kuchen gehl!
Schieb, schieb in’n Ofen ’nein.
Text: unbekannt (Kinderreim aus Sachsen/Thüringen) · Melodie: Volksweise · gemeinfrei · Quelle
Die Vogelhochzeit
Ein Vogel wollte Hochzeit machen
in dem grünen Walde.
Fidirallala, fidirallala,
fidirallalalala.
Die Drossel war der Bräutigam,
die Amsel war die Braute.
Der Sperber, der Sperber,
der war der Hochzeitswerber.
Der Stare, der Stare,
der flocht der Braut die Haare.
Die Gänse und die Anten,
die war’n die Musikanten.
Der Spatz, der kocht das Hochzeitsmahl,
verzehrt die schönsten Bissen all.
Der Uhu, der Uhu,
der bringt der Braut die Hochzeitsschuh’.
Der Kuckuck schreit, der Kuckuck schreit,
er bringt der Braut das Hochzeitskleid.
Der Seidenschwanz, der Seidenschwanz,
der bracht’ der Braut den Hochzeitskranz.
Der Sperling, der Sperling,
der bringt der Braut den Trauring.
Die Taube, die Taube,
die bringt der Braut die Haube.
Der Wiedehopf, der Wiedehopf,
der bringt der Braut nen Blumentopf.
Die Lerche, die Lerche,
die führt die Braut zur Kerche.
Brautmutter war die Eule,
nahm Abschied mit Geheule.
Der Auerhahn, der Auerhahn,
der war der stolze Herr Kaplan.
Die Meise, die Meise,
die singt das Kyrie eleise.
Die Puten, die Puten,
die machten breite Schnuten.
Der Pfau mit seinem bunten Schwanz
macht mit der Braut den ersten Tanz.
Die Schnepfe, die Schnepfe,
setzt auf den Tisch die Näpfe.
Die Finken, die Finken,
die gaben der Braut zu trinken.
Der lange Specht, der lange Specht,
der macht der Braut das Bett zurecht.
Das Drosselein, das Drosselein,
das führt die Braut ins Kämmerlein.
Der Uhu, der Uhu,
der macht die Fensterläden zu
Der Hahn, der krähet: „Gute Nacht“,
nun wird die Kammer zugemacht.
Die Vogelhochzeit ist nun aus,
die Vögel fliegen all’ nach Haus.
Das Käuzchen bläst die Lichter aus
und alle ziehn vergnügt nach Haus.
Text: unbekannt (um 1470, Wienhäuser Liederbuch) · Melodie: Volksweise, Anfang 19. Jh. in Schlesien aufgezeichnet · gemeinfrei · Quelle
Bruder Jakob
Text, Strophen und Einordnung: Bruder Jakob – Liedtext
Text: unbekannt (deutsche Fassung des französischen Kanons) · Melodie: 'Frère Jacques', 18. Jh., vermutlich Jean-Philippe Rameau (1683–1764) · gemeinfrei · Quelle
Zeigt her eure Füße
Zeigt her eure Füße, zeigt her eure Schuh
und sehet den fleißigen Waschfrauen zu!
Sie waschen, sie waschen,
sie wasch’n den ganzen Tag,
sie waschen, sie waschen,
sie wasch’n den ganzen Tag.
Zeigt her eure Füße, zeigt her eure Schuh
und sehet den fleißigen Waschfrauen zu!
Sie wringen, sie wringen,
sie wring’n den ganzen Tag,
sie wringen, sie wringen,
sie wring’n den ganzen Tag.
Zeigt her eure Füße, zeigt her eure Schuh
und sehet den fleißigen Waschfrauen zu!
Sie hängen, sie hängen,
sie häng’n den ganzen Tag,
Sie hängen, sie hängen,
sie häng’n den ganzen Tag.
Zeigt her eure Füße, zeigt her eure Schuh
und sehet den fleißigen Waschfrauen zu!
Sie bügeln, sie bügeln,
sie büg’ln den ganzen Tag,
sie bügeln, sie bügeln,
sie büg’ln den ganzen Tag.
Text: unbekannt (überliefert, um 1860) · Melodie: Albert Methfessel (1785–1869), aus „Hinaus in die Ferne“ (1814) · gemeinfrei · Quelle
Es tanzt ein Bi-ba-Butzemann
Es tanzt ein Bi-Ba-Butzemann
In unserm Haus herum, fidebum,
Es tanzt ein Bi-Ba-Butzemann
In unserm Haus herum.
Er rüttelt sich, er schüttelt sich,
Er wirft sein Säckchen hinter sich.
Es tanzt ein Bi-Ba-Butzemann
In unserm Haus herum.
Text: 1. Strophe: Des Knaben Wunderhorn (1808, nach Jacob Grimm); weitere Strophen unbekannt · Melodie: Volksweise, heutige Form 1911 erstmals mit Text gedruckt (Lewalter) · gemeinfrei · Quelle
Hänschen klein
Hänschen klein ging allein
in die weite Welt hinein.
Stock und Hut stehn ihm gut,
ist gar wohlgemut.
Aber Mutter weinet sehr,
hat ja nun kein Hänschen mehr.
Da besinnt sich das Kind,
läuft nach Haus geschwind.
Text: Franz Wiedemann (1821–1882) · Melodie: Volksweise ('Fahret hin', 1807 / 'Alles neu macht der Mai') · gemeinfrei · Quelle
Kuckuck, Kuckuck ruft's aus dem Wald
Kuckuck, Kuckuck ruft aus dem Wald:
Lasset uns singen,
Tanzen und springen!
Frühling, Frühling wird es nun bald.
Kuckuck, Kuckuck läßt nicht sein Schrei’n:
Kommt in die Felder,
Wiesen und Wälder!
Frühling, Frühling, stelle dich ein!
Kuckuck, Kuckuck, trefflicher Held!
Was du gesungen,
Ist dir gelungen:
Winter, Winter räumet das Feld.
Text: August Heinrich Hoffmann von Fallersleben (1798–1874), 1835 · Melodie: Volksweise 'Stieglitz, Stieglitz, ’s Zeiserl is krank' (seit 1817) · gemeinfrei · Quelle
Ein Männlein steht im Walde
Ein Männlein steht im Walde
Ganz still und stumm,
Es hat von lauter Purpur
Ein Mäntlein um.
Sagt, wer mag das Männlein sein,
Das da steht im Wald’ allein
Mit dem purpurrothen Mäntelein?
Das Männlein steht im Walde
Auf Einem Bein
Und hat auf seinem Haupte
Schwarz Käpplein klein.
Sagt, wer mag das Männlein sein,
Das da steht im Wald’ allein
Mit dem kleinen schwarzen Käppelein?
Das Männlein dort auf Einem Bein,
Mit seinem rothen Mäntelein
Und seinem schwarzen Käppelein,
Kann nur die Hagebutte sein!
Text: August Heinrich Hoffmann von Fallersleben (1798–1874) · Melodie: Volksweise, seit ca. 1800 überliefert · gemeinfrei · Quelle
Es war eine Mutter
Es war eine Mutter,
die hatte vier Kinder:
den Frühling, den Sommer,
den Herbst und den Winter.
Der Frühling bringt Blumen,
der Sommer bringt Klee,
der Herbst bringt die Trauben,
der Winter den Schnee.
Das Klatschen, das Klatschen,
das muss man verstehn,
da muss man sich dreimal
im Kreise umdrehn.
Text: unbekannt (Baden/Pfalz) · Melodie: unbekannt · gemeinfrei · Quelle
Hoppe, hoppe Reiter
Hoppe hoppe Reiter, wenn er fällt, dann schreit er.
Fällt er in den Graben, fressen ihn die Raben.
Fällt er in den Sumpf, macht der Reiter plumps!
Text: unbekannt (Kniereitvers; laut Wikibooks frei nach 'Das Steckenpferd' von Carl Hahn) · Melodie: überliefert, 19. Jh. · gemeinfrei · Quelle
Guten Abend, gute Nacht
Guten Abend, gut’ Nacht,
mit Rosen bedacht,
mit Näglein besteckt,
schlupf unter die Deck’:
Morgen früh, wenn Gott will,
wirst du wieder geweckt.
Guten Abend, gut’ Nacht,
von Englein bewacht,
die zeigen im Traum
dir Christkindleins Baum.
Schlaf nun selig und süß,
schau im Traum ’s Paradies.
Text: Strophe 1: Des Knaben Wunderhorn 1808 (Clemens Brentano nach niederdeutscher Vorlage); Strophe 2: Georg Scherer (1824–1909) · Melodie: Johannes Brahms (1833–1897), op. 49 Nr. 4, 1868 · gemeinfrei · Quelle
Der Mond ist aufgegangen
Der Mond ist aufgegangen,
Die goldnen Sternlein prangen
Am Himmel hell und klar.
Der Wald steht schwarz und schweiget,
Und aus den Wiesen steiget
Der weiße Nebel wunderbar.
Wie ist die Welt so stille,
Und in der Dämmrung Hülle
So traulich und so hold!
Als eine stille Kammer,
Wo ihr des Tages Jammer
Verschlafen und vergessen sollt.
Seht ihr den Mond dort stehen? —
Er ist nur halb zu sehen,
Und ist doch rund und schön!
So sind wohl manche Sachen,
Die wir getrost belachen,
Weil unsre Augen sie nicht sehn.
Wir stolze Menschenkinder
Sind eitel arme Sünder,
Und wissen gar nicht viel.
Wir spinnen Luftgespinnste,
Und suchen viele Künste,
Und kommen weiter von dem Ziel.
Gott, laß uns dein Heil schauen,
Auf nichts Vergänglichs trauen,
Nicht Eitelkeit uns freun!
Laß uns einfältig werden,
Und vor dir hier auf Erden
Wie Kinder fromm und fröhlich seyn!
Wollst endlich sonder Grämen
Aus dieser Welt uns nehmen
Durch einen sanften Tod!
Und, wenn du uns genommen,
Laß uns im Himmel kommen,
Du unser Herr und unser Gott!
So legt euch denn, ihr Brüder,
In Gottes Namen nieder;
Kalt ist der Abendhauch.
Verschon’ uns, Gott! mit Strafen,
Und laß uns ruhig schlafen!
Und unsern kranken Nachbar auch!
Text: Matthias Claudius (1740–1815) · Melodie: Johann Abraham Peter Schulz (1747–1800), 1790 · gemeinfrei · Quelle
Weißt du, wie viel Sternlein stehen
Weißt du, wie viel Sternlein stehen
an dem blauen Himmelszelt?
Weißt du, wie viel Wolken gehen
weithin über alle Welt?
Gott der Herr hat sie gezählet,
dass ihm auch nicht eines fehlet
an der ganzen großen Zahl.
an der ganzen großen Zahl.
Weißt du, wie viel Mücklein spielen
in der heißen Sonnenglut,
wie viel Fischlein auch sich kühlen
in der hellen Wasserflut?
Gott der Herr rief sie mit Namen,
dass sie all ins Leben kamen,
dass sie nun so fröhlich sind.
dass sie nun so fröhlich sind.
Weißt du, wie viel Kinder frühe
stehn aus ihren Bettlein auf,
dass sie ohne Sorg und Mühe
fröhlich sind im Tageslauf?
Gott im Himmel hat an allen
seine Lust, sein Wohlgefallen,
kennt auch dich und hat dich lieb.
kennt auch dich und hat dich lieb.
Text: Wilhelm Hey (1789–1854) · Melodie: Volksweise, heutige Fassung seit 1818 belegt · gemeinfrei · Quelle
Fuchs, du hast die Gans gestohlen
Fuchs, du hast die Gans gestohlen,
gib sie wieder her!
gib sie wieder her!
Sonst wird dich der Jäger holen,
mit dem Schießgewehr.
Sonst wird dich der Jäger holen,
mit dem Schießgewehr.
Seine große, lange Flinte
schießt auf dich den Schrot,
schießt auf dich den Schrot,
dass dich färbt die rote Tinte
und dann bist du tot.
dass dich färbt die rote Tinte
und dann bist du tot.
Liebes Füchslein, lass dir raten,
sei doch nur kein Dieb;
sei doch nur kein Dieb;
nimm, du brauchst nicht Gänsebraten,
mit der Maus vorlieb.
nimm, du brauchst nicht Gänsebraten,
mit der Maus vorlieb.
Text: Ernst Anschütz (1780–1861) · Melodie: älteres Volkslied · gemeinfrei · Quelle
Alle Vögel sind schon da
Alle Vögel sind schon da,
Alle Vögel, alle!
Welch ein Singen, Musicir’n,
Pfeifen, Zwitschern, Tirelir’n,
Frühling will nun einmarschir’n,
Kommt mit Sang und Schalle.
Wie sie alle lustig sind,
Flink und froh sich regen!
Amsel, Droßel, Fink und Staar,
Und die ganze Vogelschaar
Wünschet uns ein frohes Jahr,
Lauter Heil und Segen.
Was sie uns verkündet nun,
Nehmen wir zu Herzen:
Wir auch wollen lustig sein,
Lustig wie die Vögelein,
Hier und dort, feldaus, feldein
Singen, springen, scherzen!
Text: August Heinrich Hoffmann von Fallersleben (1798–1874), 1835 · Melodie: Volksweise 'Nun so reis ich fort' (spätes 18. Jh.) · gemeinfrei · Quelle
Häschen in der Grube
Häschen in der Grube saß (da) und schlief, saß (da) und schlief,
armes Häschen, bist du krank,
dass du nicht mehr hüpfen kannst?
Häschen hüpf, Häschen hüpf, Häschen hüpf!
Häschen, vor dem Hunde hüte dich, hüte dich.
Hat gar einen scharfen Zahn,
packt damit mein Häschen an.
Häschen lauf, Häschen lauf, Häschen lauf.
Text: Friedrich Fröbel (1782–1852) · Melodie: Volksweise (nach 'Wer die Gans gestohlen hat') · gemeinfrei · Quelle
Summ, summ, summ
Summ summ summ!
Bienchen summ’ herum!
ei! wir thun dir nichts zu Leide,
flieg’ nun aus in Wald und Heide!
Summ summ summ!
Bienchen summ’ herum!
Summ summ summ!
Bienchen summ’ herum!
such’ in Blumen, such’ in Blümchen
dir ein Tröpfchen, dir ein Krümchen!
Summ summ summ!
Bienchen summ’ herum!
Summ summ summ!
Bienchen summ’ herum!
kehre heim mit reicher Habe,
bau’ uns manche volle Wabe!
Summ summ summ!
Bienchen summ’ herum!
Summ summ summ!
Bienchen summ’ herum!
bei den heilig Christ-Geschenken
wollen wir auch dein gedenken –
Summ summ summ!
Bienchen summ’ herum!
Summ summ summ!
Bienchen summ’ herum!
wenn wir mit dem Wachsstock suchen
Pfeffernüss’ und Honigkuchen.
Summ summ summ!
Bienchen summ’ herum!
Text: August Heinrich Hoffmann von Fallersleben (1798–1874), 1835 · Melodie: Volksweise aus Böhmen (um 1825) · gemeinfrei · Quelle
Grün, grün, grün sind alle meine Kleider
Grün, grün, grün sind alle meine Kleider;
grün, grün, grün ist alles was ich hab.
Darum lieb ich alles was so grün ist,
weil mein Schatz ein Jäger ist.
Rot, rot, rot sind alle meine Kleider,
rot, rot, rot ist alles was ich hab.
Darum lieb ich alles was so rot ist,
weil mein Schatz ein Reiter ist.
Blau, blau, blau sind alle meine Kleider,
blau, blau, blau ist alles was ich hab.
Darum lieb ich alles was so blau ist,
weil mein Schatz ein Matrose ist.
Schwarz, schwarz, schwarz sind alle meine Kleider,
schwarz, schwarz, schwarz ist alles was ich hab.
Darum lieb ich alles was so schwarz ist,
weil mein Schatz ein Schornsteinfeger ist.
Weiß, weiß, weiß sind alle meine Kleider,
weiß, weiß, weiß ist alles was ich hab.
Darum lieb ich alles was so weiß ist,
weil mein Schatz ein Müller ist.
Bunt, bunt, bunt sind alle meine Kleider,
bunt, bunt, bunt ist alles was ich hab.
Darum lieb ich alles was so bunt ist,
weil mein Schatz ein Maler ist.
Text: unbekannt (aus Pommern) · Melodie: unbekannt · gemeinfrei · Quelle
Der Kuckuck und der Esel
Der Kuckuck und der Esel,
Die hatten großen Streit,
Wer wohl am besten sänge
Wer wohl am besten sänge
Zur schönen Maienzeit.
Zur schönen Maienzeit.
Der Kuckuck sprach: „das kann ich!“
Und hub gleich an zu schrei’n.
„Ich aber kann es besser!“
„Ich aber kann es besser!“
Fiel gleich der Esel ein.
Fiel gleich der Esel ein.
Das klang so schön und lieblich,
So schön von fern und nah:
Sie sangen alle beide
Sie sangen alle beide
Kuku kuku ia!
Kuku kuku ia!
Text: August Heinrich Hoffmann von Fallersleben (1798–1874), 1835 · Melodie: Carl Friedrich Zelter (1758–1832), 1810 · gemeinfrei · Quelle
Kommt ein Vogel geflogen
Kommt ein Vogel geflogen,
setzt sich nieder auf mein’ Fuß,
hat ein’ Zettel im Schnabel,
von der Mutter ein’ Gruß.
Lieber Vogel, fliege weiter,
nimm ein Gruß mit und ein Kuss,
denn ich kann dich nicht begleiten,
weil ich hier bleiben muss.
Text: unbekannt (Volkslied, 1807 erstmals belegt) · Melodie: unbekannt (seit 1824 durch Holteis „Die Wiener in Berlin“ verbreitet) · gemeinfrei · Quelle
Jetzt fahrn wir übern See
Jetzt fahr’n wir übern See, übern See,
jetzt fahr’n wir übern See,
mit einer hölzern’ Wurzel, Wurzel, Wurzel,
mit einer hölzern’ Wurzel,
kein Ruder war nicht dran.
Und als wir drüber war’n, drüber war’n,
und als wir drüber war’n,
da sangen alle Vöglein,
der helle Tag brach an.
Der Jäger rief ins Horn, in das Horn,
der Jäger rief ins Horn.
Da bliesen alle Jäger,
ein jeder in sein Horn.
Das Liedlein, das ist aus, wieder aus,
das Liedlein, das ist aus.
Und wer das Lied nicht singen kann,
der fang’s von vorne an!
Text: unbekannt · Melodie: unbekannt · gemeinfrei · Quelle
Ich geh mit meiner Laterne
Ich geh’ mit meiner Laterne
und meine Laterne mit mir.
Da oben leuchten die Sterne
und unten da leuchten wir.
Laternenlicht,
verlösch mir nicht!
rabimmel, rabammel, rabum.
Ich geh’ mit meiner Laterne
und meine Laterne mit mir.
Da oben leuchten die Sterne
und unten da leuchten wir.
Mein Licht ist aus,
ich geh’ nach Haus.
rabimmel, rabammel, rabum.
Text: unbekannt (Grundstrophen); Martins-Strophen nach 1945 von unbekannten Verfassern ergänzt · Melodie: unbekannt, Anfang schon 1818 belegt · gemeinfrei · Quelle
Sankt Martin
Sankt Martin, Sankt Martin,
Sankt Martin ritt durch Schnee und Wind,
Sein Ross, das trug ihn fort geschwind.
Sankt Martin ritt mit leichtem Mut,
Sein Mantel deckt' ihn warm und gut.
Im Schnee saß, im Schnee saß,
Im Schnee, da saß ein armer Mann,
Hatt Kleider nicht, hatt Lumpen an.
„O helft mir doch in meiner Not,
Sonst ist der bitt're Frost mein Tod!“
Sankt Martin, Sankt Martin,
Sankt Martin zog die Zügel an,
Sein Ross stand still beim armen Mann.
Sankt Martin mit dem Schwerte teilt
Den warmen Mantel unverweilt.
Sankt Martin, Sankt Martin,
Sankt Martin gab den halben still:
Der Bettler rasch ihm danken will
Sankt Martin aber ritt in Eil
Hinweg mit seinem Mantelteil.
Text: unbekannt (vom Niederrhein) · Melodie: unbekannt (vom Niederrhein) · gemeinfrei · Quelle
Laterne, Laterne, Sonne, Mond und Sterne
Laterne, Laterne,
Sonne, Mond und Sterne,
brenne auf mein Licht,
brenne auf mein Licht,
aber nur meine liebe Laterne nicht.
Laterne, Laterne,
Sonne, Mond und Sterne.
Text: anonym; geht vermutlich auf Theodor Storm (1817–1888), 'Mit einer Handlaterne', zurück · Melodie: aus Norddeutschland, seit Mitte des 19. Jh. · gemeinfrei · Quelle
Lasst uns froh und munter sein
Lasst uns froh und munter sein
und uns recht von Herzen freun!
Lustig, lustig, traleralera!
Bald ist Nikolausabend da,
bald ist Nikolausabend da!
Bald ist unsere Schule aus,
dann ziehn wir vergnügt nach Haus.
Lustig, lustig, traleralera!
Bald ist Nikolausabend da,
bald ist Nikolausabend da!
Dann stell’ ich den Teller auf,
Nik’laus legt gewiß was drauf.
Lustig, lustig, traleralera!
Bald ist Nikolausabend da,
bald ist Nikolausabend da!
Steht der Teller auf dem Tisch,
sing’ ich nochmals froh und frisch:
Lustig, lustig, traleralera!
Bald ist Nikolausabend da,
bald ist Nikolausabend da!
Wenn ich schlaf’, dann träume ich,
jetzt bringt Nik’laus was für mich.
Lustig, lustig, traleralera!
Bald ist Nikolausabend da,
bald ist Nikolausabend da!
Wenn ich aufgestanden bin,
lauf’ ich schnell zum Teller hin.
Lustig, lustig, traleralera!
Bald ist Nikolausabend da,
bald ist Nikolausabend da!
Nik’laus ist ein guter Mann,
dem man nicht genug danken kann.
Lustig, lustig, traleralera!
Bald ist Nikolausabend da,
bald ist Nikolausabend da!
Text: unbekannt; nach Weidenhaupt der Düsseldorfer Lehrer August Stapper (um 1857 im Schuldienst) · Melodie: unbekannt (Rheinland/Hunsrück) · gemeinfrei · Quelle
Kling, Glöckchen, klingelingeling
Kling, Glöckchen, klingelingeling,
kling, Glöckchen, kling!
Lasst mich ein, ihr Kinder,
ist so kalt der Winter,
öffnet mir die Türen,
lasst mich nicht erfrieren!
Kling, Glöckchen, klingelingeling,
kling, Glöckchen, kling!
Kling, Glöckchen, klingelingeling,
kling, Glöckchen, kling!
Mädchen, hört, und Bübchen,
macht mir auf das Stübchen!
Bring euch viele Gaben,
sollt euch dran erlaben.
Kling, Glöckchen, klingelingeling,
kling, Glöckchen, kling!
Kling, Glöckchen, klingelingeling,
kling, Glöckchen, kling!
Hell erglühn die Kerzen,
öffnet mir die Herzen!
Will drin wohnen fröhlich,
frommes Kind, wie selig.
Kling, Glöckchen, klingelingeling,
kling, Glöckchen, kling!
Text: Karl Enslin (1819–1875) · Melodie: Benedikt Widmann (1820–1910), nach Volksweise · gemeinfrei · Quelle
Morgen, Kinder, wird's was geben
Morgen, Kinder, wird’s was geben,
Morgen werden wir uns freun;
Welch ein Jubel, welch ein Leben
Wird in unserm Hause sein!
Einmal werden wir noch wach,
Heisa, dann ist Weihnachtstag!
Wie wird dann die Stube glänzen
Von der großen Lichterzahl,
Schöner als bei frohen Tänzen
Ein geputzter Kronensaal!
Wißt ihr noch vom vorgen Jahr,
Wie’s am Weihnachtsabend war?
Wißt ihr noch mein Reiterpferdchen,
Malchens nette Schäferin?
Jettchens Küche mit dem Herdchen
Und dem blank geputzten Zinn?
Heinrichs bunten Harlekin
Mit der gelben Violin?
Wißt ihr noch den großen Wagen
Und die schöne Jagd von Blei?
Unsre Kleiderchen zum Tragen
Und die viele Näscherei?
Meinen fleißgen Sägemann
Mit der Kugel unten dran?
Welch ein schöner Tag ist morgen,
Viele Freuden hoffen wir!
Unsre lieben Eltern sorgen
Lange, lange schon dafür.
O gewiß, wer sie nicht ehrt,
Ist der ganzen Lust nicht wert!
Text: Karl Friedrich Splittegarb (1753–1802) · Melodie: Carl Gottlieb Hering (1766–1853), 1809 (auch Philipp Bartsch, 1770–1833, zugeschrieben) · gemeinfrei · Quelle
Es klappert die Mühle
Es klappert die Mühle am rauschenden Bach, klipp klapp.
Bei Tag und bei Nacht ist der Müller stets wach, klipp klapp.
Er mahlet uns Korn zu dem kräftigen Brot,
und haben wir solches, so hat’s keine Not.
Klipp klapp, klipp klapp, klipp klapp!
Flink laufen die Räder und drehen den Stein, klipp klapp,
und mahlen den Weizen zu Mehl uns so fein, klipp klapp.
Der Bäcker dann Zwieback und Kuchen draus bäckt,
der immer den Kindern besonders gut schmeckt.
Klipp klapp, klipp klapp, klipp klapp!
Wenn reichliche Körner das Ackerfeld trägt, klipp klapp,
die Mühle dann flink ihre Räder bewegt, klipp klapp.
Und schenkt uns der Himmel nur immerdar Brot,
so sind wir geborgen und leiden nicht Not.
Klipp klapp, klipp klapp, klipp klapp!
Text: Ernst Anschütz (1780–1861), um 1824 · Melodie: nach 'Es ritten drei Reiter zum Tore hinaus' (Volksweise, um 1770) · gemeinfrei · Quelle
Welche 30 besten Kinderlieder gibt es?
Eine Top-30 kombiniert die 10 beliebtesten mit 20 weiteren Dauerbrennern: „Alle Vögel sind schon da", „Die Vogelhochzeit", „Ein Männlein steht im Walde", „Fuchs, du hast die Gans gestohlen", „Hänschen klein", „Summ, summ, summ", „Meine Oma fährt im Hühnerstall Motorrad", „Häschen in der Grube", „Ich bin ein Musikante", „Old MacDonald", „Kommt ein Vogel geflogen", „Kuckuck, Kuckuck ruft\'s aus dem Wald", „Es tanzt ein Bi-ba-Butzemann", „Schneeflöckchen, Weißröckchen", „A, a, a, der Winter der ist da", „Guten Abend, gute Nacht", „Der Mond ist aufgegangen", „Weißt du, wie viel Sternlein stehen", „Grün, grün, grün sind alle meine Kleider" und „Die Jahresuhr" (Rolf Zuckowski). Die komplette Liste mit Anlass und GEMA-Status steht oben in den beiden Tabellen.
GEMA-frei oder GEMA-pflichtig?
Von den 50 Liedern sind 36 nachweislich gemeinfrei — die klassischen Volkslieder aus dem 19. oder frühen 20. Jahrhundert. GEMA-pflichtig sind dagegen Lieder, bei denen Komponist oder Texter weniger als 70 Jahre tot ist. Die wichtigsten GEMA-pflichtigen Kita-Klassiker: Werke von Rolf Zuckowski („In der Weihnachtsbäckerei", „Die Jahresuhr"), Rolf Krenzer und Detlev Jöcker („Dicke rote Kerzen"), „Meine Biber haben Fieber" (Fassung Hering/Meyerholz) und „Das rote Pferd" (Melodie von Marguerite Monnot). Bei 8 Liedern — meist deutsche Fassungen englischer Lieder oder anonyme Quatschlieder — ist der Urheber nicht belegt; sie stehen in der Tabelle als „unklar".
Praxis für Kitas: Singen im Gruppenalltag ist keine öffentliche Aufführung und damit unabhängig vom GEMA-Status möglich. Bei öffentlichen Festen mit Eltern sind geschützte Lieder meldepflichtig — gesungen wie abgespielt (CDs/Streams). Viele Träger haben einen Rahmenvertrag, der das pauschal abdeckt. Details in unserem Artikel „GEMA-frei vs. GEMA-pflichtig".
Komplett GEMA-frei: individuell erstellte Lieder — etwa personalisierte Kinderlieder mit den Namen der Kita-Gruppe. Diese sind nicht bei der GEMA angemeldet und können ohne Gebühren abgespielt, aufgeführt und auf Toniebox geladen werden. Siehe „Kindergarten-Hymne" für Details.
Persönlicher Tipp: Klassiker plus personalisiertes Lied
Die beliebtesten Kindergarten-Lieder oben sind **immer** die Grundausstattung. Aber: sie klingen in jeder Kita Deutschlands gleich. Was eine Kita unverwechselbar macht, ist ein zusätzliches Lied, das die eigenen Kinder namentlich erwähnt — ein Morgenkreis-Lied mit mehreren Kindernamen der Gruppe, ein Abschiedslied mit den Vorschulkind-Namen, ein Laternenlied, das das St.-Martin-Fest der eigenen Kita besingt.
Liedio erstellt solche personalisierten Lieder in 2-3 Minuten — mit bis zu sechs Kindernamen im Lied (Hauptname plus fünf weitere), GEMA-frei, als MP3 und Liedtext-PDF. Das ist keine Alternative zu den 50 Klassikern oben, sondern eine Ergänzung: die Klassiker tragen den Alltag, das personalisierte Lied macht einen Moment besonders.
Häufige Fragen
Häufige Fragen
Die Top-10 in deutschen Kitas sind: „Alle meine Entchen", „Kopf, Schulter, Knie und Fuß", „Laurentia", „Backe, backe Kuchen", „Wer hat die Kokosnuss geklaut?", „Die Vogelhochzeit", „Hab ne Tante aus Marokko", „Das rote Pferd", „Bruder Jakob" und „Wenn du fröhlich bist". Diese Lieder decken die wichtigsten Anlässe ab: Morgenkreis, Bewegung, Rollenspiel und Jahreszeiten.
Deutschland-weit (Kita + Familie): „Alle meine Entchen", „Der Kuckuck und der Esel", „Kopf, Schulter, Knie und Fuß", „Hänschen klein", „Bruder Jakob", „Ein Männlein steht im Walde", „Backe, backe Kuchen", „Die Affen rasen durch den Wald", „Fuchs, du hast die Gans gestohlen" und „In der Weihnachtsbäckerei". Gemeinfrei sind sieben davon; „In der Weihnachtsbäckerei" (Rolf Zuckowski) ist GEMA-pflichtig, und bei „Kopf, Schulter, Knie und Fuß" und „Die Affen rasen durch den Wald" ist der Urheber der deutschen Fassung nicht belegt.
Ohrwürmer-Paradoxon — oft gespielt, selten geliebt: „Das rote Pferd", „Die Ente quakt", „Hab ne Tante aus Marokko", „Meine Oma fährt im Hühnerstall Motorrad", „Ein Vogel wollte Hochzeit machen", „Tschu Tschu Wa", „Aram sam sam", „Wenn du fröhlich bist", „Hoch auf dem gelben Wagen" und „Oh Tannenbaum". Charakteristisch: einfache Wiederholungsstruktur, catchy Melodie, aber Erwachsene stöhnen bei der 17. Wiederholung.
Eine kuratierte Top-30-Liste kombiniert pädagogischen Wert mit Einsatzhäufigkeit. Die Top 30 für die Kita: die 10 beliebtesten (oben), plus „Alle Vögel sind schon da", „Die Vogelhochzeit", „Ein Männlein steht im Walde", „Fuchs, du hast die Gans gestohlen", „Hänschen klein", „Bruder Jakob", „Summ, summ, summ", „Meine Oma fährt im Hühnerstall Motorrad", „Häschen in der Grube", „Ich bin ein Musikante", „Old MacDonald", „Kommt ein Vogel geflogen", „Kuckuck, Kuckuck ruft's aus dem Wald", „Es tanzt ein Bi-ba-Butzemann", „Schneeflöckchen, Weißröckchen", „A, a, a, der Winter der ist da", „Guten Abend, gute Nacht", „Der Mond ist aufgegangen", „Weißt du, wie viel Sternlein stehen" und „Grün, grün, grün sind alle meine Kleider". Die vollständige 50er-Liste steht weiter unten.
Gemeinfrei — also ohne GEMA-Gebühren nutzbar — sind Lieder, deren Komponist UND Texter mehr als 70 Jahre tot sind, und anonyme Volkslieder, die vor über 70 Jahren erschienen sind. Das trifft auf die meisten Lieder aus den 1800er-Jahren zu (Hänschen klein, Bruder Jakob, Alle meine Entchen, Der Mond ist aufgegangen, Hoffmann-von-Fallersleben-Texte). GEMA-pflichtig sind dagegen alle Lieder jüngerer Komponisten wie Rolf Zuckowski („In der Weihnachtsbäckerei", 1987) oder Rolf Krenzer und Detlev Jöcker („Dicke rote Kerzen"). Vorsicht bei deutschen Fassungen englischer Lieder („Old MacDonald", „Wenn du fröhlich bist"): Die Melodie ist alt, der deutsche Text oft nicht. Für die Kita: Singen im Gruppenalltag ist keine öffentliche Aufführung; bei öffentlichen Festen sind geschützte Lieder — gesungen oder abgespielt — meldepflichtig, meist abgedeckt über den Pauschalvertrag des Trägers. Details in unserem Artikel „GEMA-frei vs. GEMA-pflichtig für Kitas".
Für den Morgenkreis ideal: Begrüßungslieder mit Namen, kurze Wiederholungs-Strukturen und klare Melodien. Die Klassiker: „Wenn du fröhlich bist", „Bruder Jakob" (als Kanon), „Kopf, Schulter, Knie und Fuß" (Bewegung integriert), „Ich bin ein Musikante". Besonders wirksam sind personalisierte Namenslieder — sie aktivieren die Aufmerksamkeit einzelner Kinder binnen Sekunden, weil der eigene Name das bedeutendste Wort im frühen Wortschatz ist. Mehr zum Thema in „Morgenkreis gestalten".
Weiterführende Ratgeber
