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St. Martin · Backen und Basteln

Weckmann backen und Martinsgans basteln: Ideen zu St. Martin für Kita-Kinder

Veröffentlicht: 13. Oktober 2026 · 6 Min. Lesezeit · Fachredaktion Liedio

Zu St. Martin am 11. November backen Kitas gern Weckmänner aus Hefeteig und basteln Martinsgänse. Der Weckmann (regional auch Stutenkerl) wird aus gesüßtem Hefeteig geformt, mit Rosinen verziert und gebacken.

Im Rheinland bekommen Kinder ihn nach dem Umzug geschenkt, andernorts erst zum Nikolaustag. Das Brotteilen am Ende passt zur Martinsgeschichte. Unten stehen ein Grundrezept für sechs Männchen, zwei Anleitungen für Gänse und ein Teilen-Ritual.

Beim Backen zu St. Martin entsteht etwas, das sich teilen lässt. Deshalb passt der Weckmann so gut zum Fest.

Woher der Weckmann kommt

Der Weckmann ist ein Gebäck aus gesüßtem Hefeteig in Männchenform. Der Name Stutenkerl nimmt auf den Teig Bezug, den Stuten. Allein im Rheinland soll das Gebäck mehr als 50 verschiedene Namen tragen, darunter Dambedei, Klausenmann und Hefekerl.

Die Figur stellte ursprünglich wohl einen Bischof dar, entweder Nikolaus oder Martin. Der Bischofsstab im Arm wurde später zur Tonpfeife, um ein christliches Symbol zu verweltlichen. Heute backen viele Bäcker und Familien den Weckmann ohne Pfeife.

Wann er gegessen wird, ist regional verschieden. Im Rheinland, im Ruhrgebiet, in Hessen und in der Rhein-Neckar-Region bekommen Kinder beim Umzug am 11. November einen Weckmann. In anderen Gebieten gibt es den Stutenkerl erst am Nikolaustag. In manchen Orten erhalten Kinder den Weckmann nach dem Umzug nur dann, wenn sie ihn mit anderen teilen.

Grundrezept für sechs Weckmänner

Das Rezept ist ein Grundrezept der Redaktion für einen klassischen Hefeteig. Probieren Sie es einmal ohne Kinder aus, bevor Sie es in der Gruppe backen.

Zutaten für sechs Männchen: 500 g Mehl, 1 Würfel frische Hefe (42 g), 60 g Zucker, 1 Prise Salz, 250 ml lauwarme Milch, 60 g weiche Butter, 1 Eigelb zum Bestreichen, Rosinen zum Verzieren.

So geht es:

  1. Hefe in der lauwarmen Milch mit dem Zucker verrühren und einige Minuten stehen lassen.
  2. Mehl, Salz und Butter dazugeben und alles zu einem glatten Teig kneten. Das ist die Aufgabe für die Kinder.
  3. Zugedeckt an einem warmen Ort etwa 45 Minuten gehen lassen, bis sich der Teig sichtbar vergrößert hat.
  4. Teig in sechs Portionen teilen. Jedes Kind formt ein Oval als Körper, Arme, Beine und Kopf aus kleinen Teigstücken.
  5. Mit Rosinen Augen und Knopfleiste andrücken, mit Eigelb bestreichen.
  6. Bei 180 Grad Ober- und Unterhitze etwa 15 Minuten backen, bis die Männchen goldbraun sind.

Hinweise für die Kita: Fragen Sie vorher Allergien ab. Mehl (Gluten), Milch, Ei und Butter sind enthalten. Bei Krippenkindern schneiden Sie Rosinen klein oder ersetzen sie durch Teigkugeln. Der Ofen bleibt Erwachsenensache. Planen Sie etwa zwei Stunden ein.

Martinsgans basteln: zwei Anleitungen

Die Gans erinnert an die Legende, nach der sich Martin in einem Gänsestall versteckte, um nicht Bischof zu werden, und die Gänse ihn verrieten. Mehr zum Hintergrund finden Sie im St.-Martin-Leitfaden.

Handabdruck-Gans (ab der Krippe, mit Hilfe): Handfläche mit weißer Fingerfarbe bestreichen und auf blaues Papier drücken. Der Daumen wird zum Hals, die vier Finger zum Körper. Nach dem Trocknen einen Schnabel und ein Auge ergänzen.

Pappteller-Gans (Kindergarten): Pappteller weiß bemalen oder bekleben. Aus orangefarbenem Papier Schnabel und Füße schneiden, aus Papierstreifen einen Flügel ankleben. Aufgehängt am Fenster ergeben mehrere Gänse einen Zug.

Brot teilen: ein kleines Ritual für den Kreis

Das Teilen ist der Kern der Martinsgeschichte. Ein Ritual dazu braucht nur ein Brot:

  1. Alle setzen sich im Kreis. Ein großes Brot, eine Brotblume oder ein Zopf liegt in der Mitte.
  2. Ein Kind bricht ein Stück ab und gibt das Brot weiter.
  3. Jedes Kind nimmt sich ein Stück und gibt den Rest weiter.
  4. Gegessen wird, wenn alle ein Stück haben.

In einem Kindergarten in Bezau (Vorarlberg) holte sich jedes Kind nach dem Umzug eine Brotblume und teilte sie mit der Familie. Beim Weckmann können Sie es ähnlich halten: Jedes Kind bricht ein Stück ab und gibt es an ein anderes Kind.

Ein Lied zum Teilen

Zum Brotteilen passt ein ruhiges Lied. Bei Liedio gibt es den Anlass Lied zu St. Martin im Kindergarten mit allen Vornamen der Gruppe. Eine Auswahl bekannter Titel steht in den Laternenliedern für den Kindergarten.

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Häufige Fragen

Wie heißt der Weckmann in anderen Regionen?

Stutenkerl, Dambedei, Klausenmann, Hefekerl, Weckenmann, Grättimaa oder Grittibänz. Die Namen wechseln je nach Region. Im Rheinland soll es mehr als 50 Bezeichnungen geben.

Wann bekommen Kinder den Weckmann: zu St. Martin oder zu Nikolaus?

Das ist regional verschieden. Im Rheinland, Ruhrgebiet, in Hessen und in der Rhein-Neckar-Region meist zu St. Martin am 11. November, in anderen Gebieten zum Nikolaustag am 6. Dezember.

Warum hat der Weckmann eine Tonpfeife?

Ursprünglich hielt die Figur wohl einen Bischofsstab. Er wurde später zur Tonpfeife, um das christliche Symbol zu verweltlichen. Viele Bäcker lassen sie heute weg.

Wie viel Zeit braucht das Weckmann-Backen in der Kita?

Rechnen Sie mit etwa zwei Stunden: kneten, 45 Minuten Gehzeit, formen und verzieren, 15 Minuten Backzeit. Die Gehzeit füllen Sie mit dem Basteln der Gänse oder einem Lied im Kreis.

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